News Nr. 3 | 2019

1. Aufgeschnappt - Zitate mitten aus dem Leben

 

Wir sind ja nicht zum Vergnügen da. Wir müssen mit den Leuten reden.

Werner Kogler, Spitzenkandidat der Grünen, beim Wahlkampf am Bauernmarkt in Graz vom ORF gefilmt, als er das gerade zu Sarah Wiener sagt.

 

Jeder Gast glaubt, er ist der einzige Gast.

Der Winzer und Gastronom Leo Hillinger erzählt in einer TV-Show über unser Wesen als Gast.

 

 

 

Als Sportmanager habe ich unglücklicherweise sehr viel mit Presse zu tun. Ich meine - glücklicherweise.

Federico Pastorello beim „Tanz für die Pressefreiheit“, dem Ball des Presseclubs Concordia, in die TV-Kamera.

Bildquellen: 
Kogler & Wiener: Vienna.at, Hillinger: leo-hillinger.com, Pastorello: crisalidepress.it


2. Deutscher Bundestag. Thema: Kinder mit Down Syndrom. Dr. Matthias Bartke ist am Wort.

Kennen Sie das? Sie werden eine Rede halten. Aber Sie dürfen maximal drei Minuten lang reden. Keine Sekunde mehr!

Wenn ich rede oder wenn ich für jemanden eine Rede schreibe, verlangt mir die 3-Minuten-Rede die meiste Anstrengung ab. 10 Minuten zu reden ist viel leichter.

In 3 Minuten die Botschaft so rüberbringen, daß Hirn und Herz der Hörer berührt und aktiviert sind und daß dann im guten Fall sogar eine Richtungsentscheidung in die gewünschte Richtung erfolgt – das ist eine Kunst.

Dr. Matthias Bartke beherrscht diese Kunst gut. 

Ich zeige Ihnen hier seine Rede, die er am 11. April 2019 in der Bundestagsdebatte gehalten hat.

Ich habe einen Gutteil der Sitzung angesehen. Es ging um die Frage, ob Tests zum Herausfinden, ob das ungeborene Baby das Down Syndrom hat, von der Krankenkasse bezahlt werden sollen oder nicht.

Den Vorsitz der Sitzung hatte der Bundestagspräsident Schäuble höchstpersönlich. Und er machte es tatsächlich so, mit aller Konsequenz: Hat jemand die 3 Minuten überschritten, hat der Herr Präsident das Mikrofon des Redners ausgeschaltet und gesagt: „Ihre Rede ist jetzt zu Ende. Als Nächstes spricht Herr …“

Dr. Bartke hat knapp unter 3 Minuten beendet. Und wie! 

Sehen Sie hier die Videoaufnahme dieser Rede.

Ist sie nicht mehr abrufbar: Hier finden Sie das Transkript der Rede (PDF).

Und hier meine Analyse dieser Rede (PDF)

Sehen Sie sich zuerst die Rede an und machen Sie sich ein Bild von ihr. Und vergleichen Sie das dann mit dem Bild, das ich von dieser Rede habe und warum ich sie für ausgezeichnet halte. 

© Foto: youtube.com


3. Redenschreiber. Wie arbeiten die denn? Wer sucht sie auf? Wieviel kosten sie?

… und viele andere Fragen aus der Alltagspraxis von uns Redenschreibern beantwortet Frau Jacqueline Schäfer in einem spannenden und locker geführten Radiointerview.

Jacqueline Schäfer ist eine Kollegin von mir. Sie lebt und arbeitet in Deutschland. Sie ist die derzeitige Präsidentin des Redenschreiberverbandes (ja, es gibt nichts, was es nicht gibt).

Lehnen Sie sich zurück oder arbeiten Sie weiter und hören Sie zu. Es macht Spaß. Und bevor ich es nach dem Interview vergesse, sage ich es gleich jetzt:

Wenn es Sie juckt, einmal einen Redenschreiber zu engagieren – natürlich können Sie sich an Frau Schäfer wenden, da spricht nichts dagegen.

Nur: Es sprechen mindestens 3 gute Gründe auch dafür, daß Sie zu mir kommen: 
Ich. Meine Erfahrung. Mein Umsatz.

Gute Unterhaltung mit guter Information (bis Minute 21:22):

Link zum Radio-Interview

Bildquelle Schäfer: deutschlandfunkkultur.de


4. Vom Winde verweht: Joy Pams Rede – Panne. Und wie Sie so etwas ganz leicht vermeiden können.

Klicken Sie auf ein Bild, um es zu vergrößern.

Quelle Fotos: © heute.at

Was hat sie nur für Mitarbeiter? Das war meine allererste Frage beim Anblick dieser Fotos in der Tageszeitung Heute vom 2. Mai 2019.

Vor 12.000 oder vor 120.000 Hörern (die niedrigere Schätzung ist die der Polizei, die höhere die der SPÖ) schickt sich die SPÖ-Chefin an, ihre erste Erste-Mai-Rede zu halten.

Ein Windstoß erfaßt und verweht die Blätter, auf die die Rede geschrieben war.

Ich stelle mir vor, was für ein Riesenschrecken die unglückliche Frau in diesem Moment erfaßt hat.

Subjektiv, weil es wirklich ein Riesenpech ist, wenn so etwas geschieht.
Objektiv wär’s vielleicht ein Glück gewesen, weil Frau Rendi-Wagner viel besser, natürlicher, krampffreier reden kann als sie es tut, seit sie an der Spitze der SPÖ ist und immer brav und viel zu dramatisch vom Blatt abliest, was ihr wohl Menschen aufgeschrieben haben, die sich nie mit ihrer natürlichen Art befaßt haben. Aber das ist heute nicht mein Thema.

Mein Thema ist: Bitte, wie kann es sein, daß ihr die Mitarbeiter die Rede nicht gesichert mitgegeben haben? Wer im Freien redet, muß sein Konzept wetterfest machen. Kein Scherz! Das ist tatsächlich wichtig.

Am Rande bemerkt: Ich sah einmal einen Redner mit seinem handgeschriebenen Konzept im Regen stehen. Das Wasser hat die Tintenschrift unlesbar gemacht.

Frau Rendi-Wagner hätte am 1.Mai ihre A4-Blätter wenigstens mit einer Büroklammer zusammengehalten bekommen müssen. Bis sie tatsächlich redet, läßt sie die Klammer lieber auch wirklich dran und die Blätter in der Hand und die Klammer erst dann runter, wenn sie tatsächlich zu reden beginnt – und selbst dann die A4 Zettel nie frei liegen lassen! Immer eine Hand auf den Zetteln lassen! 

Oder noch besser: die A4-Blätter mit einer Heftklammer fest zusammengeklipst. Das ist noch sicherer, der Redner blättert um und schlägt die absolvierte Seite nach hinten um. Sieht zwar suboptimal aus, aber alles ist sicher und alles ist gut.

Oder am allerbesten: Reden haben – vor allem, wenn im Freien gehalten – überhaupt nicht auf A4-Blättern verewigt zu werden. A5 ist viel besser, handlicher, bietet weniger physikalische Angriffsfläche als A4, was dann bei Wind und Sturm auch rhetorisch weniger Angriffsfläche bedeutet.

Aber am allerbesten ist meine Gewohnheit, die ich jedem Klienten und in jedem Rhetorikseminar ganz dringend vorschlage:

Die Rede gehört auf Moderationskarten geschrieben.

Egal, ob in Stichworten oder als Mindmap oder Wort für Wort.  Immer auf Karten.

Diese - auch Rechteck-Karten genannten - Blätter sind kleiner, fester (Stärke des Blattes) und praktischer.

Sind Sie der Redner, gehen Sie elegant auf die Bühne oder ans Pult. Sie halten nichts in Ihren Händen. Das sieht souverän aus! Sie stehen am Pult, Sie zeigen sich Ihren Hörern, Sie genießen den Applaus und jetzt erst holen Sie – elegant – Ihr  Redekonzept aus der Sakkoinnentasche heraus.

Solche Fotos wie die da oben von der geschockten Frau Rendi-Wagner können mit Ihnen nie entstehen.

Reden Sie an einem Rednerpult, können Sie die Karten dorthin legen. Reden Sie auf freier Bühne, haben Sie – elegant aussehend – die Karten in Ihrer Hand. Elegant aussehend betone ich, weil es tatsächlich viel besser aussieht, wenn Sie so auf der Bühne stehen als wenn Sie mit A4-Blättern herumtun.

Wenn Sie gestikulieren, haben Sie mit diesen Kärtchen alle Freiheit, mit Händen und Füßen zu reden. Mit A4 schaut das gar nicht gut aus. A4 Redner sind da ganz schön eingeschränkt.

Dasselbe schlage ich Rednerinnen vor. Sie haben keine Sakkoinnentasche. Dafür haben Sie eine Handtasche und wenn Sie ohne Handtasche rausgehen, dann haben Sie eben die kleinen, handlichen Karten in Ihrer Hand.

Und alles ist gut. Sie wirken souverän und zeigen Stil. Alles Weitere siehe in den obigen Absätzen. Es ist unisex.

Und jetzt mache ich Werbung für die Moderationskarten, die ich meine. Maße: 9,5 x 20,5 cm.  Sie sind in verschiedenen Farben erhältlich. Und so sehen sie aus:

Foto Moderationskarten © www.neuland.at

Und hier können Sie sie online kaufen.

Eine weitere Anregung: Reden Sie im Namen jemandes (zum Beispiel in unserm heutigen Fall im Namen der SPÖ), lassen Sie die Rückseiten der Moderationskarten mit Ihrem Logo bedrucken. Das gibt dem ganzen einen schönen und hochprofessionellen Gesamteindruck, wie er zu Ihrem ausgezeichneten Redeauftritt einfach dazugehört.

Gutes Gelingen – auch bei Wind und Wetter! 


5. Wie finde ich die richtigen Geschichten zum Erzählen? Ein Blick auf diesen einen Arbeitsschritt beim Schreiben einer Rede.

Konkreter Anlaß: Ein Geschäftsführer verabschiedet sich von seiner ganzen Mannschaft wegen beruflicher Veränderung.

Er hat sich an mich gewandt, damit wir miteinander an der Rede arbeiten. Sein Anspruch: „Ich will kein Klischee bedienen und so individuell reden, wie es nur geht.“

Das ist immer ein schöner Anspruch. Für jeden Redner und für jeden Anlaß von der Wiege bis zur Bahre. Kein Klischee. So individuell und persönlich wie nur möglich.

Damit wir das Ziel „individuell, persönlich“ auch erreichen und uns nicht in Floskeln erschöpfen („Ich gehe mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge“), lassen Sie uns auf die Suche nach Eindrücken, Emotionen und Geschichten gehen. Denn das können immer nur Ihre persönlichen sein. Individueller geht es gar nicht.

Das ist übrigens ein eigener Arbeitsschritt des Redenschreibens.

Wir sammeln nun Inhalt, Stoff, Content. Zunächst nur sammeln – nicht verwechseln mit Selektieren. Selektieren tun wir nach bestimmten rhetorisch relevanten Kriterien später.

Ich habe meinem Auftraggeber einen Fragebogen geschrieben. Wir sind ihn dann in einem eigenen Meeting miteinander durchgegangen. Es war unglaublich interessant und hat ihm, dem Redner, Einzelheiten in Erinnerung gerufen, die er gar nicht mehr bewußt vor Augen hatte.

Das hat ihn richtiggehend inspiriert und ihn leidenschaftlich werden lassen. Was für eine gute Voraussetzung, damit die Rede dann gut gelingt.

Diese Fragen will ich Ihnen heute zeigen. Nicht mehr, nicht weniger. Vielleicht gefallen Ihnen diese Fragen. Vielleicht fallen Ihnen sogar ein paar weitere gute Fragen ein, die dazu führen, daß Ihre Hörer an Ihren Lippen hängen werden. Ihr Applaus ist Ihnen sicher!

Rede zum Abschied des GF A.E. der Firma I.O. Fragen für die Auswahl des Inhalts.

  • Worüber hast Du gestaunt? Was hat Dich beeindruckt?
  • Was hat Dich ernüchtert?
  • Worüber hast Du herzlich lachen müssen?
  • Was hat Dir am meisten Spaß gemacht?
  • Welche Herausforderungen haben die Hörer der Rede mit Dir gehabt?
  • Wie haben sie Dich herausgefordert?
  • Wovon bist Du heute nicht mehr so überzeugt wie am Anfang Deiner Arbeit hier?
  • Wovon bist Du jetzt weiterhin, vielleicht sogar umso mehr überzeugt?
  • Was hast Du als so wichtig erkannt, daß Du Dir wünschst, daß die Hörer es im Auge behalten?
  • Was nimmst Du mit, was Du hier an Wissen und Erfahrung erworben hast?
  • Worüber sagst Du: DAS ist uns so richtig gut gelungen! Darauf können wir so richtig stolz sein!?
  • Welche Rekorde hast Du mit Deiner Mannschaft aufgestellt?
  • Wem willst Du heute wofür konkret danken?
  • Was wirst Du missen?
  • Worauf freust Du Dich schon?
  • Was wirst Du tun?
  • Was wünschst Du denen, mit denen Du jetzt redest, für ihre Zukunft? 
  • Welche Begegnungen haben sehr großen Eindruck auf Dich gemacht?
  • Welche Gespräche waren entscheidend für Dich?
  • Welchem Verlauf hast Du (habt Ihr) zum Glück eine entscheidende Wendung gegeben?
  • Vor welchem Irrtum wurdest Du (von wem) bewahrt?
  • Welche glückliche Fügung hast Du erlebt (Glück, reines Glück)?

Soweit der Fragebogen.

Mein erster Tipp:

Wenn Sie ganz unverwechselbar, ganz individuell, sehr persönlich reden wollen (das lieben übrigens alle, die die Rede hören), dann lassen Sie Ihre eigene Geschichte und Ihre eigenen Emotionen zum Redeanlaß vor Ihren Augen lebendig werden. 

Ich bin gewiß: Sie werden so viele Dinge finden, die Sie erzählen können, daß Sie dann sogar die Qual der Wahl haben: Und was erzähle ich nun wirklich? Und in welcher Reihenfolge?

Mein zweiter Tipp,

... ganz uneigennützig natürlich: Fragen Sie Ihren Redenschreiber, also am besten mich!

Bild-Quelle: stmed.net


6. Naqoura – österreichische Geschichten aus dem Libanon. Erlebnisse sind zum Erzählen da.

Alle, die Reden schreiben und Reden reden, wissen: Geschichten und Schilderungen in der Rede sind wie die Gewürze im Essen.

Es gibt Gott sei Dank Menschen, die haben eine Doppelbegabung: Geschichten im Leben zu entdecken und sie auch phantatisch zu erzählen.

Damit ich mich als Rhetoriker fit halte mit dem Geschichtenerzählen, lese ich sehr gerne Bücher von solchen Doppeltbegabten. Ich zeige Ihnen heute ein neues Buch eines großartigen Doppeltalents.

Es heißt Naqoura. Geschrieben hat es Franz Hammerbacher. Naqoura heißt das Camp im Libanon, wo österreichische Soldaten als Teil der UNIFIL-Truppen im UN-Einsatz dienen.

Das Büchlein ist schlicht, tiefsinnig und lustig zugleich. Franz Hammerbacher war in diesem Einsatz. Und er hat dort ganz gewöhnliche und für die Subkultur Bundesheer im Auslandseinsatz ganz normale Geschichten wahrgenommen und sie als erzählenswert entdeckt. 

Naqoura ist eine wunderschöne Sammlung von lauter solchen kleinen Begebenheiten und Beobachtungen. Da ich über 10 Jahre hinweg auch bei vielen Auslandseinsätzen unserer glorreichen Armee gewesen bin, kann ich nur eines sagen: genau so trägt es sich zu, und Franz Hammerbacher hat es auf sensationelle Art zu Papier gebracht.

Weil ich von Subkultur gesprochen habe. Diese Subkultur Bundesheer im Einsatz ist selbstverständlich eingebettet in der Kultur der österreichischen Tradition, zumal des beamteten Heeres und somit des Beamtentums überhaupt. 

Beamtentum – und die österreichische Seele. Heer – und die hierarchischen Systeme. Wer einen weiten Horizont hat, weiß beim Lesen sofort, die Schilderungen zu abstrahieren und sie auf seinen Konzern, auf sein System und auf seine lieben Kolleginnen und Kollegen zu übertragen und Dinge im eigenen Umfeld wahrzunehmen und für Reden zu entdecken – erzählenswert wie gerade die ganz alltäglichen Dinge erzählenswert sind, weil sie jeder gerne hört, weil da jeder leicht mitreden kann.  

Ich empfehle das Buch jedem, der ein guter Beobachter und ein guter Geschichtenerzähler sein will.

Statt den Inhalt gerafft wiederzugeben, habe ich hier ein paar Kapitel ganz zitiert (das macht das Buch auch zur angenehmen Eisenbahnfahrt-Literatur). 

Quelle: Franz Hammerbacher, Naqoura. Miniaturen, Wien, 2018. 
Foto: amazon.de

Aus dem Vorwort:

Im vorliegenden Buch werden Situationen und Szenen skizziert, wie der Mikrokosmos Bundesheer sie in steter Regelmäßigkeit zutage fördert. (S.7)

‚Ist der Inhalt des Buches erfunden oder echt?‘, wurde ich einmal von einem Interessenten gefragt: ‚Meine Frau liest nämlich nur Geschichten, die echt sind.‘ Ich konnte ihm und ich kann den potentiellen … Lesern des … Buches versichern: Es ist alles real, nur die Namen und ein paar Haarfarben wurden geändert. … Aber jeder zitierte Satz ist tatsächlich so gefallen, jede erwähnte Handlung hat sich zugetragen. (S.9)

Kapitel:

Ermahnung

Wachtmeister Karapott alias Johnny Lässig: ‚Fleiß ist Verrat am Kameraden.‘ (S.22)

Weinviertel 

Der Wirtschaftsunteroffizier unseres Kontingents ist ein Mann, von dem man alles haben kann, aber nicht sofort. Wer mit einem Ansinnen, wie etwa Bekleidungstausch oder Taggeldauszahlung an ihn herantritt, muss sich zunächst geduldig belehren lassen, dass dem Begehr zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich entsprochen werden kann. Wer sich daraufhin kopfschüttelnd zurückzieht – was Unerfahrene immer wieder tun – , ist selber schuld. Zeigt man sich hingegen einsichtig und glaubhaft erschüttert von der Vielzahl an Begehrlichkeiten und Aufträgen, mit denen ein Wirtschaftsunteroffizier tagtäglich konfrontiert wird und äußert man zudem die reuige Bitte, die Unverfrorenheit des vorgebrachten Ansinnens höflichst entschuldigen zu wollen, bekommt man das Gewünschte zu guter Letzt doch. Diese Viertelstunde, die man untertänig ausharren muss, heißt Weinviertel. (S.23) 

Mehr!

Vizeleutnant Karabrutto stellt einen Antrag auf Zuerkennung von zwei ‚Werteinheiten‘ (so die verrechnungstechnische Bezeichnung für einen Besoldungszuschlag). In der Antragsbegründung listet er alle Tätigkeiten auf, die zu den planmäßigen Aufgaben seiner Funktion gehören. Mit anderen Worten: Der Mann will mehr Lohn, weil er genau die Arbeit verrichtet, die für seinen Posten vorgesehen ist. (S.26)

Kompanie dankt

Karapowski hat seine Rasierschaumdose im Waschraum vergessen. Sie war fast voll. Am nächsten Morgen steht sie immer noch da: fast leer. (S.48)

Weil der Mensch zählt

Oberst Karakoutnik, privat immer in knallroter Hose unterwegs, erklärt: ‚Für mich zählt der Mensch, nicht der Dienstgrad.‘ Der Gefreite Karasputnik pflichtet bei: ‚Mei Red.‘ (S.141)

Gruß

Der Gefreite Karavita grüßt einen Angehörigen des Sanitätstrupps und wird prompt vom Hauptmann belehrt: ‚Vor dem brauchen S‘ nicht salutieren, der hat keinen Dienstgrad.‘ Karavita erwidert: ‚Ich salutiere vor dem Mann, nicht vor dem Dienstgrad.‘ (S.142)

Lost and Found oder: Gebrauchsanweisung für ereignislose Tage

Der Spieß gibt bei der Standeskontrolle bekannt, es sei eine UN-blaue Schirmkappe gefunden worden. Wer die seine verloren habe, könne sie in der Kanzlei abholen. Tage später steelt er fest, die UN-blaue Schirmkappe, die (von ihm selbst) gefunden wurde, war seine eigene. (S.110)

 


Nachtrag: Ich empfehle folgende beide Bücher Franz Hammerbachers aus denselben Gründen wie Naqoura.

Bravo Hotel 
Foto © amazon.de

Passagen 
Foto © amazon.de

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