News Nr. 1 | 2019

1. Ohne Worte I. Tiere lieben.

Ich bin Rhetoriker, also der Experte für das Suchen und Finden von Worten und Formulierungen, die genau das ausdrücken, was wir denken, fühlen und spüren, was wir planen und wünschen.

Wenn wir Reden vorbereiten, stoßen wir dabei manchmal an unsere Grenzen. Ich auch, obwohl ich Rhetoriker bin. Wir sagen dann gern: Mir fehlen die Worte. Wenn uns tatsächlich Worte fehlen, zeigen wir am besten ein Bild. (Achtung: nicht auf die leichte Schulter nehmen. Heute suchen viele Leute gar keine Worte mehr, sondern müllen uns von vornherein mit PowerPoint zu.)

Ich zeige Ihnen hier einen starken, ganz kurzen Film. Natürlich kann man versuchen, zu beschreiben und schildern, was wir hier sehen. Im Grunde machen das aber  die Bilder schlicht viel, viel besser. Es stimmt, ohne Worte ist es manchmal am Schönsten. Redete ich über die Liebe von Tieren, ich zeigte diesen Film.

Viel Freude beim Anschauen!


2. Ohne Worte II. John McCain und das Kreuz.

Woods vor Sarg McCainsSie sehen, daß ich manchen Reden, die ich hier veröffentliche, ein Transkript beifüge. Mit Transkripten beauftrage ich gerne die Firma Mein Transkript.

Ich zeige Ihnen hier eine unglaublich beeindruckende Rede, deren Höhepunkt auch ein professioneller Transkript-Dienst nicht erfassen kann.

Er kann ihn nicht fassen, weil der Höhepunkt dieser Rede ein Augenblick der Stille ist. Der Redner schweigt. Er verläßt das Rednerpult, tritt ein paar Schritte auf die Seite und zeichnet mit seinem rechten Fuß,  für alle sichtbar, neben den Sarg ein Zeichen auf den Boden.

Mit diesem Zeichen gemahnt er an eine der wohl dunkelsten und zugleich trostreichsten Stunden im Leben des verstorbenen Kriegsveteranen und Senators John McCain. Grant Woods, der Redner, hatte die Geschichte dieses Zeichens am Anfang der Rede eindrucksvoll erzählt.

Dieser Augenblick ganz ohne Worte am Ende der Rede ist der ganzen Rede stärkstes Momentum. Mehr will ich hier nicht verraten. Sie werden es im Video sehen.

Die Dramaturgie der Rede ist vollkommen. Grant Woods malt uns Senator John McCain vor Augen. Er wird uns so vertraut, als hätten wir ihn persönlich gekannt. Woods weiß, wie man aus dem Leben eines Menschen erzählt.

Beobachten Sie bitte, wie der Redner hier alles so miteinander verbindet, daß die Worte und das Momentum der Stille und des Zeichens am Boden ein vollmächtiges Zeugnis eines großen Mannes und ein rhetorisches Gesamtkunstwerk werden:

Schmerz, Bewunderung, Lachen, Trost, Liebe, Feindschaft, Kampf, Anekdoten, Spannung, Grundsätze, Zukunft, Hoffnung, Zuversicht.  So viele Fäden sind im Erzählstrang.

Wer kann so viele Fäden zu einem so schönen Teppich knüpfen? Der gute Redner kann das und er  tut das auch. So wie dieser Redner, Mr Grant Woods.

Sie müssen ihn gesehen und gehört haben. Die oben beschriebene Passage ohne Worte finden Sie im Video bei Minute 59:40

Viel  Freude beim Anschauen! Die Grant Woods – Rede finden Sie ab Minute 47:20 bis 1:00:07              


Wichtiger Hinweis für meine neuen Leser: Reden werden hier nie aus weltanschaulichen, sondern ausschließlich aus rhetorischen Gründen vorgestellt.

Hier ist das Transkript der Rede (PDF)

PS: Auch die andern Reden in diesem CBS News Video sind ausgezeichnet. Wer Laudationes oder Grabreden hält, dem empfehle ich diese Vorbilder sehr. Wer die Transkripte auch der andern Reden lesen möchte: Sie erhalten Sie gerne von mir. Schreiben Sie mir.

copyright Foto Woods vor Sarg McCains: United States Navy


3. Keines Wortes wert, aber es muß sein. Denn Hannover ist „gaga.“

GendergagaManchmal geschehen Dinge, wo ein Rhetoriker deutscher Sprache nur mehr aus zwei Optionen  wählen kann: viel zu reden und zu erklären oder lieber überhaupt stille zu schweigen.   

Zur Information: Die Stadt Hannover veröffentlichte im Jänner 2019 einen neuen Leitfaden für geschlechtergerechte Sprache.

Da es ja immer mehr Geschlechter gibt, unser Verfassungsgerichtshof zählt drei, Der Standard zählt bereits 67, kommen wir mit Buchstabenverrenkungen und phallischen Binnen-Is gar nicht mehr aus. Wir brauchen Sternderln (Genderstar genannt) und anderes mehr.

Ein Beispiel: Fürderhin jemand mit Herr oder Frau anzuschreiben, das geht bitte gar nicht. Wer weiß, ist womöglich weder Karl ein Mann noch ist Maria eine Frau?

Weinen oder lachen? Ich sage Ihnen: lachen ist besser. Denn sonst wird man ganz gaga.

Gaga sage ich, weil es ein köstliches Buch zu diesem vermaledeiten, unnötigen und künstlich geschaffenen Thema des Genderns gibt, das heißt schlicht Gendergaga.

Birgit Kelle: GenderGaga: Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will, 2015.

Meine lieben Leser!

Mein Gendergebot lautet: In der Rede gendere nie!

Überlassen Sie das Gendern den Opportunisten, den Manipulierten, den Feministen und den Ungebildeten, die nicht einmal wissen, daß wir in der deutschen Sprache genus und sexus, also das grammatikalische und das biologische Geschlecht fein unterscheiden und auseinanderhalten. Wer gebildet ist, unterscheidet also und redet korrekt. Nicht politically correct – dafür aber sprachlich schön und einwandfrei, weil genderfrei.

Übrigens: Wer sich zu benehmen weiß, findet ganz genderfrei die Formulierungen, die natürlich klingen und respektvoll und angemessen sind.

Schauen Sie sich hier den Flyer (PDF) aus Hannover an.

Das Design ist wirklich (ganz ohne Ironie!) gut, auf einen Blick erfassen Sie alles. Gute Unterhaltung!

PS: Deutschland zum Trost: Österreich ist nicht besser. Unser nervigster Genderer ist der staatliche ORF. Kostprobe aus orf.at vom 21.1.2019:

Weil in Goose Bay nachts keine Zollbeamten und Zollbeamtinnen im Einsatz sind, durften die Passagiere und Passagierinnen das Flugzeug nicht verlassen, wie CBC berichtete.

CBC hat übrigens passengers geschrieben und nicht  male and female passengers. Habe ich extra nachgeschaut. Detto custom officers.

Bild Copyright Amazon
Quelle PDF hannover.de


4. Ohne Worte? Nein, denn wenn’s um etwas geht, rede, Chef!

Ich zeige Ihnen hier eine ganz, ganz, ganz kurze Rede. Die ganze Passage inklusive kurzem Dialog nach der Chefrede dauert 34 Sekunden!

Ich habe sie vor kurzem in einer Abendschnulzenkrankenhausserie entdeckt. Das Operationsteam steht am OP-Tisch. Die Patientin schläft bereits. Ihr gelähmter Arm soll mit einer vollkommen neuen Methode geheilt werden. Alles kann schiefgehen. Alles kann auch gut gehen. Es war eine harte Entscheidung, das Risiko der OP überhaupt zu wagen.

Der die kleine Rede hält, ist der, der die Methode entwickelt hat. Gelingt sie, schreiben er und die Klinik Geschichte. Der auf die Rede reagiert (Sie sehen es dann), ist der Chefarzt der Klinik, bei der OP aber der Assistent des Chefoperateurs, der zuvor noch gegen die OP gewesen ist (Hierarchietausch).

Soviel für Sie zum Kontext.

Tun Sie bitte beides. Lesen Sie zuerst die Passage, ich habe sie transkribiert. Und dann schauen Sie den Abschnitt im Video an. Beim Lesen werden Sie sich fragen: Das soll eine Rede sein? Beim Anschauen der Szene werden Sie spüren: Das hat er gut gesagt.

  1. Transkript

    Leitender Operateur: Ich weiß, das heute ist Neuland. Wir haben eine schwierige Premiere vor uns, von der ich hoffe, daß sie uns für die Zukunft noch viele weitere Möglichkeiten eröffnet.
    Ich bitte Sie um Ihre Hilfe und absolute Konzentration.
    Gibt es noch irgendwelche Fragen? [Stilles Nein der Umstehenden]
    Gut! Dann fangen wir an.

    Chefarzt: Kann ich von der Rede eine Abschrift haben?

    Operateur: Wird doch alles aufgezeichnet. Ich lasse Ihnen gerne eine DVD zukommen. – Mit Widmung!

    Chefarzt: Ich bitte darum!

  2. Video

    Die Passage finden Sie hier von 00:35:00 bis zu 00:35:34: Videolink
    (leider nur bis Ende April 2019 online)

  3. Schlußfolgerung

    Was erkennen Sie, wenn Sie die Minirede nur lesen? Und was, wenn Sie sie auch sehen und hören?

    Das eine ist: Im Grunde ist der Inhalt eine ganz einfache Sache, schlicht, wahr und wichtig. Der Chef muß sie aber erst formulieren und somit vorbereitet haben.
    Das andere ist: Die Tatsache, daß er die Rede überhaupt hält und die Art, wie er sie hält, das macht die Wirkung. In einer besonderen Situation ist die Chefrede eben eine besonders gute Idee.

    Die Ansprache des Teams gibt der Arbeit genau dieses entscheidende Quantum an Qualität, Ästhetik und an Kundenorientierung oder je nach Lage gibt sie der Mission genau dieses Quantum an  Kampfesmut und Leidenschaft dazu, das die Mannschaft eint und zur großen Anstrengung antreibt.

    Die gute Chefrede bewirkt den Unterschied zwischen durchschnittlich und ausgezeichnet.

5. Chef, jetzt reden Sie doch! Führungsrhetorik in der Praxis.

Führungsrhetorik heißt das im Fachjargon, wenn der Chef zu seinen Leuten spricht. Glauben Sie mir: Je mehr digital läuft, desto wichtiger wird die analoge Rede von Mensch zu Mensch und vom Chef zu seiner Mannschaft!

Die Annahme: Besondere Situationen erfordern es, daß der Chef das gute analoge Werkzeug der Ansprache verwendet, um sein Team emotional zu pushen und sie auf die Mission einzuschwören und die Dinge richtig anzupacken.  

Nur mehr ganz wenige Chefs tun das. Sie schweigen lieber oder sie tippen digitale Botschaften der typischen Art in den Äther. Das ist schade und kurzsichtig. Schade, weil sie eine Chance der Motivation und Mobilisierung vergeben und kurzsichtig, weil sie nicht voraussehen, daß sie mit einer guten vollmächtigen Rede viel gewinnen würden: Anerkennung, Reputation und viel mehr als den Gehorsam, nämlich die Gefolgschaft der Meisten.

Aber wie geht das?

Das genau will ich Ihnen zeigen. Dazu habe ich ein eigenes Seminar entwickelt, in dem ich Chefs (Unternehmer, Geschäftsführer, Abteilungsleiter, Projektmanager, Filialleiter, Poliere u.a.) in die Chefrede einweise, wie sie also die beste Wirkung erzielen, indem sie sich vor ihre Leute stellen und eben reden. Und zwar von Angesicht zu Angesicht.

Das funktioniert! Und ich sage Ihnen, wer das ein Mal oder zwei Mal gemacht hat, gewinnt regelrechte Lust daran und tut sich später immer leichter damit.

Interessiert Sie das?

Die 2 Möglichkeiten:

  1. Für Sie persönlich? Ich mache das gerne auch für einzelne Chefs, ganz individuell. Wie, das klären wir gleich, wenn Sie mich anrufen.
  2. Für Ihr Unternehmen, für Ihre Institution? Dann ist es gut, wenn wir das in einem Seminar für Ihre Führungsleute machen.
Ob a oder b - rufen Sie mich gleich an oder schreiben Sie mir!

+43 676 72 55 143 und Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ich freue mich auf Sie!


6. Star Wars. Eine sensationelle Konzertrede.

Wie tut diese Rede gut! Wirklich genial.

Das Dänische Symphonieorchester hat im Juni 2017 mit zwei großen Chören unter der Leitung von Antony Hermus die Filmmusik von Star Wars aufgeführt. Unmittelbar davor hat der Gastgeber Jakob Stegelmann vom Dänischen Rundfunk nicht anders können, als eine unglaublich leidenschaftliche, missionarische und zugleich lustige Rede zu halten.

Zwei Geburtstage hat der Mensch, so Stegelmann. Zuerst die physische Geburt, wenn er halt geboren wird. Und dann seine eigentliche Geburt irgendwann später, wenn er das erste Mal Star Wars sieht.

Davon geht er augenzwinkernd aus und erzählt aus seinem Leben und schildert in hellen Farben, was Star Wars und sein Soundtrack für ihn und alle Gläubigen bedeuten.

Stegelmann redet frei (ein wenig zu schnell) und obwohl die Halle mit Tausenden befüllt ist, so dialogisch, wie man es sich für eine gute Rede nur wünschen kann. Und dann greift er noch zu seiner eigenen guten alten Schallplatte und geht mit ihr zum Dirigenten und er  --- 

aber entdecken Sie selber, was er dann macht, und alles staunt und lacht und ist somit bestens eingestimmt auf das großartige Konzert.

Die Rede ist dänisch. Im Video können Sie die englischen Untertitel einblenden. Das Video ist nur technisch nicht ganz einwandfrei, die Rede beginnt in der nullten Sekunde sofort, unverzüglich.

Viel Spaß und beobachten Sie doch auch, wie er das genau macht mit der Rede, die für mich wie ein Präludium selbst Musik ist und ideal hinführt zur großen Kultmusik des großen Kultfilms Star Wars:

Wichtiger Hinweis für meine neuen Leser: Reden werden hier nie aus weltanschaulichen, sondern ausschließlich aus rhetorischen Gründen vorgestellt.

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